Calciummangel: Symptome & Therapie

Dienstag, 05.04.2016

Ein Calciummangel kann Beschwerden wie Krämpfe, trockene Haut und Herzprobleme auslösen. Aber Vorsicht: Auch ein Calcium-Überschuss ist ungesund. Wie du deinen Calcium-Haushalt in Balance hältst, liest du hier.

Vor Calciummangel und der Folgeerkrankung Osteoporose wird immer wieder gewarnt. Das verwundert im ersten Moment, da Calcium der am stärksten vertretene Mineralstoff im menschlichen Körper ist. Gut ein Kilogramm Calcium tragen wir mit uns herum. 99 Prozent davon sind in Knochen und Zähnen gespeichert, das übrige Prozent ist im Blut und Gewebe aufgelöst.

Neben der Stabilität von Knochen und Zähnen stärkt das Mineral das Immunsystem, senkt den Cholesterinspiegel, sorgt für die Blutgerinnung und reguliert die Herztätigkeit. Die große Menge an Calcium wird also nicht für schlechte Zeiten gespeichert, unser Körper benötigt schlicht und ergreifend sehr viel Calcium. Besteht ein Mangel, greift er auf die Reserven in Knochen und Zähnen zurück, die dadurch porös werden – die Folge heißt Osteoporose.

Ursachen für Calciummangel

Der durchschnittliche Tagesbedarf eines Erwachsenen liegt bei einem Gramm Calcium. Diese Menge wird dem Körper normalerweise durch die Nahrung ausreichend zugeführt. Wie kommt ein Calciummangel also zustande? Zum einen absorbieren wir durch den Magen nur etwa 30 Prozent des erhaltenen Calciums. Außerdem benötigt der Körper Vitamin D3, um das Mineral überhaupt aufnehmen zu können. Wer also an einem Mangel von Vitamin D3 leidet, dem mangelt es häufig auch an Calcium im Körper. Abgesehen davon lassen Nahrungs- und Genussmittel wie Proteine, Speisesalz, Kaffee und Alkohol uns vermehrt Calcium ausscheiden. Auch Hormonstörungen und harntreibende Medikamente können zu einem chronischen Calciummangel führen.

Risikogruppen für Calciummangel

Unfair, aber wahr: Männer können mehr von dem zugeführten Calcium absorbieren als Frauen. Die Folge liegt auf der Hand: Ein Mangel an dem Mineral tritt besonders häufig bei Frauen auf. Während einer Schwangerschaft erhöht sich der Bedarf noch zusätzlich, daher leiden besonders Schwangere und Stillende häufig an Calciummangel. Auch Senioren zählen zur Risikogruppe.

Vegetarier und Veganer haben eher selten einen Mangel an Calcium, da sie in der Regel ausreichend Calcium über die Nahrung aufnehmen und auf Proteine, die die Aufnahme erschweren, weitestgehend verzichten.

Anzeichen eines Mangels an Calcium

Wenn der Calciumspiegel im Körper zu gering ist, zeigt sich das unter anderem durch Muskelkrämpfe, Kribbeln auf der Haut, Herz- und Kreislaufprobleme, trockene Haut, brüchige Fingernägel und eine gestörte Zahnentwicklung. Die einfachste Möglichkeit, dieses Defizit auszugleichen, ist eine calciumreiche Ernährung mit vielen Samen und Nüssen, Milchprodukten, grünem Gemüse, Vollkornbrot und calciumreichem Mineralwasser.

Calciumpräparate sollten nur dann eingenommen werden, wenn der Mangel durch eine Blutuntersuchung vom Arzt bestätigt wird und nicht durch eine gesunde Ernährung ausgeglichen werden kann. Denn auch ein Calciumüberschuss (Hyperkalzämie) schadet dem Körper.

Hyperkalzämie - Calciumüberschuss

Normalerweise wird überflüssiges Calcium durch Urin, Stuhl und Schweiß ausgeschieden. Liegt jedoch eine Störung wie etwa Nierenprobleme vor, steigt der Calciumspiegel im Körper immer weiter an. Das kann zu Müdigkeit, Verdauungsproblemen, Muskelschwund, Nierensteinen und Depressionen führen.

Vermutest du, an einem Calciumangel bzw. einem -überschuss zu leiden, solltest du einen Termin bei deinem Hausarzt vereinbaren, um die Symptome abklären zu lassen.

Text: Anna Wirnsberger

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