Thrombose: Risikofaktor Pille

Donnerstag, 18.05.2017

Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel in einem Gefäß, was die Blutzirkulation behindert. Eine lebensbedrohliche Situation, die schneller ärztlicher Hilfe bedarf. Mehreren Untersuchungen zufolge wird die Pille mit der Entstehung von Thrombosen in Verbindung gebracht. 

Wie andere Medikamente auch, hat die Antibabypille verschiedene Nebenwirkungen. Besonders drastisch wird jedoch das Thrombose-Risiko eingeschätzt. Anwenderinnen erhöhen laut aktuellen Studien durch die Einnahme die Wahrscheinlichkeit, ein Blutgerinnsel zu entwickeln, um ein Vielfaches.

Was ist eigentlich eine Thrombose?

Dass das Blut die Eigenschaft hat, zu gerinnen, ist eigentlich sehr von Vorteil. So können sich Wunden schnell wieder schließen. Doch manchmal ergibt sich dadurch auch eine Gefahr – zum Beispiel, wenn sich ein Thrombus, also ein Blutgerinnsel, in einem Gefäß oder im Herzen bildet. Dadurch wird die Blutzirkulation behindert. Dieses Geschehen nennen Mediziner Thrombose. Häufig tritt sie in den Beinen auf, aber auch andere Regionen können betroffen sein.

Die Symptome sind vielfältig. Die Körperregion schwillt an, schmerzt und wird warm. Zudem kann sich die Haut bläulich verfärben. Besonders gefährlich wird eine Thrombose, wenn sich das Gerinnsel löst und beispielsweise in die Lunge gespült wird. Dadurch entsteht eine Lungenembolie. Betroffene können schwer atmen, sie bekommen Brustschmerzen und das Herz beginnt schneller zu schlagen. Eine lebensbedrohliche Situation, bei der der Notruf getätigt werden sollte – es droht ein akutes Herzversagen.

Was hat die Pille damit zu tun?

Mehrere Untersuchungen haben ergeben, dass einige Antibabypillen das Thromboserisiko erheblich steigern. Das Verhütungsmittel gibt es mittlerweile in mehreren Generationen. Alle Generationen enthalten eine Kombination aus Östrogen und Gestagen – allerdings in unterschiedlichen Dosierungen. Die älteren Pillen setzten sich aus großen Mengen Östrogen und dem Gestagen Norethisteron zusammen. Die Verhütungsmittel der dritten oder vierten Generation, deren Thromboserisiko besonders hoch ist, beinhalten neu entwickelte Gestagene (Gestoden, Desogestrel und Drospirenon). Betroffen sind laut "DAK" vor allem folgende Pillen:

  • Aida®, Aristelle®, Belara®, Bellissima®, Bonadea®, Chariva®, Chloee®, Desmin®, Dienovel®, Enriqua®, Lamuna®, Lilia®, Maitalon®, Maxim®, Mayra®, Minette®, Mona-Hexal®, Neo-Eunomin®, Starletta-Hexal®, Valette®, Velafee®, Yasmin®, Yasminelle®, Yaz®, Zoely®

 Die jüngsten Hormonpräparate haben heute nur noch geringere Mengen Östrogen, kombiniert mit dem Gestagen Levonorgestrel.

Sofort absetzen?

Wenn du deine Pille unter den genannten wiederfindest, solltest du dennoch nicht in Panik geraten und dein Verhütungsmittel sofort absetzen. Auch wenn das Thromboserisiko bei diesen Antibabypillen erhöht ist, ein Blutgerinnsel entsteht relativ selten. Bei der dritten und vierten Generation erkranken statistisch gesehen neun bis zwölf von 10.000 Frauen an einer durch eine Thrombose ausgelösten Embolie, bei den früheren Generationen fünf bis sieben Frauen.

Sprich mit deinem Frauenarzt, um dein individuelles Risiko zu klären und nach der passenden Pille für dich zu suchen. Solltest du jedoch bereits eine Thrombose gehabt haben, ist die Antibabypille für dich tabu. Dein Gynäkologe hilft dir, eine passende Alternative zu finden.

Mehrere Studien haben gezeigt, dass die Pille die Thrombosegefahr erhöht.

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