Beauty & Lifestyle

Nackt-Yoga: Hüllenlos zur Selbsterkenntnis

MONTAG, 08.01.2018

Wirklich mutige Yogis praktizieren neuerdings nackt ihre Yoga-Übungen. Und das nicht etwa allein, sondern in der Gruppe. Was es mit dem Fitness-Trend auf sich hat und wie du dir die Stimmung in einem Kurs vorstellen kannst, liest du hier. 

Die Yoga-Welt wird immer bunter. Inzwischen wird auf dem Pferderücken geübt, auf verschneiten Gipfeln und mit dem Snowboard an den Füßen. Alles Pille-Palle im Vergleich zu einem Yogatrend, der sich – kaum überraschend – in New York entwickelt hat: Völlig ohne lautet die Devise im "Phoenix Temple",  New Yorks erstem Nacktyoga-Studio für Männer und Frauen. Gegründet von Isis Phoenix, die eines schönen Tages im vergangenen Jahr ihre Dusche verließ, und danach vergaß, sich anzuziehen.

Nackt-Yoga: Sinnlich, nicht sexuell

Glücklicherweise fiel ihr dies nicht an der Supermarktkasse auf, sondern inmitten ihrer morgendlichen Yogapraxis, die sich, wie sie fand, so völlig kleiderlos um einiges besser anfühlte als sonst. "Warum macht das eigentlich nicht jeder so?", fragte sie sich, und begab sich auf die Suche nach öffentlichen Nackt-Yoga-Kursen, um feststellen zu müssen, dass sich das dünne Angebot ausschließlich an eine männliche und homosexuelle Zielgruppe richtete. Also gründete sie kurzerhand ihr eigenes Studio in Manhattan, wo sie Kurse für beide Geschlechter ins Angebot nahm, die sinnlich, aber keinen sexuellen Charakter haben sollten.

Beim Nacktsport allein unter Männern

Während die Mann-Frau-Ratio in traditionellen Yogaklassen bei etwa 1 zu 10 liegt, kann es beim Nackt-Yoga durchaus vorkommen, dass Frau sich allein unter Männern wiederfindet. Klingt nach einem Alptraum, ist aber keiner, wie die Teilnehmerinnen berichten. "Schon nach wenigen Minuten vergisst man die Bierbäuche und haarigen Hintern – und die wenigen gestählten Bauchmuskeln um sich herum", so die Journalistin Annemarie Conte. "Man ist sich zwar der eigenen Nacktheit bewusst, aber fühlt sich deswegen nicht unwohl, sondern befreit".

Nackt sind wir netter – zu uns selbst und anderen

Die Atmosphäre in den Klassen sei auffallend warm und respektvoll. Nacktheit lasse Fassaden bröckeln, mache verletzlich und nähre zugleich die Nachsichtigkeit mit sich und anderen. Die Gründerinnen des Studios fassen ihre Erfahrungen mit Nackt-Yoga positiv zusammen. "Sobald wir nackt sind, werden wir nachsichtiger, gnädiger - uns selbst und auch anderen gegenüber," sagt Brit McMurray, Mitgründerin des "Phoenix Temple". "Nacktheit macht uns alle gleich", ergänzt Isis. Und sie erinnert daran, dass wir nicht nur aus einem Kopf und den vielen Rollen bestehen, die wir Tag für Tag spielen. "Unsere Wahrnehmung beginnt im Alltag etwa auf Nackenhöhe, und wir haben weitgehend vergessen, den Körper und den Atem bewusst und ganzheitlich mit einzubeziehen. Sobald man die Fähigkeit dazu entwickelt hat, kann man alles schaffen."

Nackt-Yoga auf Instagram

Seit der Gründung und der Entwicklung des Trends hat sich Nackt-Yoga rasant verbreitet. Immer mehr Studios bieten den hüllenlosen Sport an und freuen sich über reges Interesse. Und auch in den sozialen Netzwerken wird die Yogaform gefeiert. Eine Frau begann unter dem Namen "Nude Yoga Girl" Fotos von sich in verschiedensten Posen zu veröffentlichen – komplett ohne Kleidung versteht sich. Und sie fand immer mehr Anhänger.

Doch auch die Männer zogen nach. Mittlerweile gibt es einige Accounts, für die sich die Herren beim Nacktsport ablichten lassen. Und zugegeben: Diese Körper können sich wirklich sehen lassen.

Hier geht’s zum Google+ Profil von fem Gesundheit Google+

10 Sekunden bis zum nächsten Video Stop Nochmal abspielen