Die Atkins-Diät: Was bringt sie wirklich?

DONNERSTAG, 22.02.2018 Mareike Freier

Wenn die Nadel auf der Waage mal wieder unheilvoll nach rechts ausschlägt, könnte es Zeit sein, ein paar Kilo abzunehmen. Wie vielversprechend die Atkins-Diät ist und wie sie funktioniert, verraten wir dir hier.

Die Atkins-Diät erfreut sich besonders unter Hollywood-Stars großer Beliebtheit. Ob Kim Kardashian oder Catherine Zeta-Jones – dank Ernährungsumstellung soll sich der Erfolg schnell eingestellt haben. Aber was steckt dahinter?

Abnehmen mit der Atkins-Diät: Die 4 Phasen

Low-Carb heißt die Devise bei der Atkins-Diät. Das bedeutet im Klartext: Kohlenhydrate wie Nudeln, Reis, Brot und Kartoffeln müssen in den ersten zwei Wochen (Phase 1) fast vollständig vom Speiseplan gestrichen werden. Lediglich eine Menge von 20 Gramm am Tag ist erlaubt und die sollte in Form von Salat und Gemüse aufgenommen werden. Statt auf Kohlenhydrate sollen Kilo-Geplagte auf fett-und eiweißreiche Nahrungsmittel zurückgreifen. Fleisch, Fisch, Sojaprodukte, Eier, ja sogar Mayonnaise dürfen jetzt in Hülle und Fülle gegessen werden.

Nach zwei Wochen ergänzen Hülsenfrüchte und Nüsse den doch recht einseitigen Ernährungsplan. In dieser zweiten Phase wird die Menge an Kohlenhydraten wöchentlich um fünf Gramm erhöht. In der dritten Phase, der sogenannten Stabilisierungsphase, werden weitere zehn Gramm Kohlenhydrate zum Speiseplan hinzugefügt – allerdings nur, wenn man dabei immer noch abnimmt.

Phase 4 ist als dauerhafte Ernährungsweise zu verstehen. Hier hat jeder Atkins-Anhänger herausgefunden, mit welcher Menge an Kohlenhydraten er sein Gewicht halten kann. Kartoffeln und Teigwaren werden selbst bei der dauerhaften Ernährung so gut wie ausgeschlossen. Sie sollten nur in Ausnahmefällen gegessen werden. Nahrungsergänzungsmittel sollen den Mangel an Vitaminen und Ballaststoffen ausgleichen.

Atkins-Rezept für die 1. Phase

Du bist noch nicht sicher, was bei der Atkins-Diät auf dem Teller landen darf? Dann versuche es mal mit diesem einfachen Rezept für einen leckeren Hähnchen-Salat, denn du dir in der 1. Phase zum Mittagessen gönnen darfst.

Hähnchen-Salat

Lecker und sättigend: der Atkins-Hähnchen-Salat.

Lecker und sättigend: der Atkins-Hähnchen-Salat.

Kohlenhydrate: 8.2 Gramm, für 1 Person

Zubereitungszeit: 10 Minuten

Zutaten:

150 Gramm gekochtes Hühnchen, gewürfelt
1 Selleriestange, gewürfelt
50 Gramm Mayonnaise
50 Gramm Sauerrahm
1 Teelöffel Apfelessig
1 hart gekochtes Ei
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Alle Zutaten miteinander vermengen und kühl stellen. Kann mit grünem oder römischem Salat serviert werden.

Atkins-Diät: Das steckt dahinter

Das Abnehmprogramm geht auf den Amerikaner Dr. Robert Atkins zurück, der Anfang der 70er-Jahre eine kleine Diät-Revolution anstrebte, denn er erlaubte mit einem Mal all das, was seine Vorreiter verboten hatten – fettige Kost, soviel und so oft man will.

Die Idee: Der Körper wandelt Kohlenhydrate in Energie um. Fehlen ihm diese, stellt er den Stoffwechsel auf Fettverbrennung um. Selbst fetthaltige Produkte wie Butter, Mayonnaise oder Schweinesteak werden anders vom Körper verwertet – dadurch purzeln die Kilos.

Und auch heute noch halten Stars wie Jennifer Aniston und Sharon Osbourne ihre Körper mit dem berühmten Abspeckprogramm in Form. Die eiweißlastige Diät ist allerdings umstritten. Viele Ernährungsexperten sehen sie mehr als kritisch.

Mit der Atkins-Diät sollen die Pfunde schmelzen.

Mit der Atkins-Diät sollen die Pfunde schmelzen.

Vorteile der Diät

  • Sattessen ist erlaubt! Statt ein paar Salatblätter zu zählen, können sich Abnehmwillige den Teller vollladen und müssen nicht mit knurrendem Magen ins Bett gehen.
  • Kein lästiges Kalorienzählen: Da es nur wichtig ist, was man isst und nicht wie viel, ist Kopfrechnen kein Thema.
  • Wer sich der Atkins-Diät unterzieht, der muss nicht viel Aufwand betreiben – die Zubereitung der Lebensmittel dauert in etwa genauso lange wie die herkömmlicher Speisen.
  • Das Portemonnaie nimmt nicht mit ab. Zwar kann das Mehr an Fleisch schon mal etwas teurer werden, doch halten sich die Ausgaben im Vergleich zu anderen Diäten immer noch in Grenzen.
  • Man nimmt in relativ kurzer Zeit schnell ab.

Nachteile des Atkins-Prinzips

  • Ernährungsexperten raten generell von jeder dauerhaften, einseitigen Ernährung ab, da sie (trotz Zusatzpräparaten) häufig Mangelerscheinungen auslösen – im Falle der Atkins-Diät kann der hohe Anteil an ungesättigten Fettsäuren zu einem drastischen Anstieg des Cholesterin-Spiegels führen und damit Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen.
  • Das strikte Verbot von Gute-Laune-Food wie Nudeln kann schnell zu Heißhungerattacken führen.
  • Nur echte Fisch-und Fleisch-Fans kommen bei der Atkins-Diät auf ihre Kosten – keine Option für Vegetarier!
  • Es ist schwierig, diese Ernährungsweise auf Dauer beizubehalten – der Jojo-Effekt ist vorprogrammiert.
  • Die aufgenommenen Fettsäuren, vom Körper in Ketone umgewandelt, können Mundgeruch verursachen.
  • Ein Experiment mit 63 übergewichtigen Teilnehmern zeigte: Die Atkins-Anhänger nahmen im Vergleich zu der anderen Versuchsgruppe, die sich kohlenhydratreich, dafür fettarm ernährte, schneller ab. Allerdings stellten die Wissenschaftler nach einem Jahr keinen Unterschied in der Gewichtsreduktion mehr fest.
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Das Fazit:

Eiserne Diät-Jünger, die innerhalb kurzer Zeit ein paar Kilos verlieren wollen, kommen mit der Atkins-Diät auf ihre Kosten. Aber Vorsicht: Hier droht der Jojo-Effekt! Die Atkins-Diät ist zwar als dauerhafte Ernährungsumstellung gedacht, doch sollte man sich dem Abnehmprogramm nicht zu lange unterziehen – zu groß ist die Gefahr, an Mangelerscheinungen zu leiden. Böse Zungen behaupten übrigens, dass Diät-Guru Atkins selbst an einem Herzleiden infolge von starkem Übergewicht gestorben sei.