Für eine gesunde Vagina: Milchsäurebakterienkur

MITTWOCH, 13.02.2019

Die Vagina besitzt eine empfindliche Flora – wird diese durch Geschlechtsverkehr oder zu viel oder zu wenig Pflege gestört, drohen Infektionen oder Geruchsbildung. Verhindern lässt sich das mit einer Milchsäure-Kur für die Vagina. Worauf du dabei achten musst, erfährst du hier.

Wenn die Vagina juckt, gerötet ist oder sich ständig trocken anfühlt, könnte dein Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht geraten sein. Abhilfe kann eine Behandlung mit Milchsäurebakterien für die Scheide schaffen. Wir verraten, wann eine Milchsäurekur zu empfehlen ist und welche möglichen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Milchsäurebakterien in der Scheide: Ein wichtiger Teil des Körpers

Igitt, Bakterien, werden viele nun denken. Doch du würdest dich wundern, wie viele Bakterien "da unten" eigentlich kreuchen und fleuchen. Denn allein dadurch, dass unsere Geschlechtsteile sehr nah am Darmausgang liegen, kommt unsere Vagina häufig versehentlich mit den Darmbakterien in Kontakt, die in unserem Kot sehr zahlreich anzutreffen sind. Dennoch gibt es auch gute Bakterien: zum Beispiel die Milchsäurebakterien oder auch Lactobazillen, die in der Vagina für eine gesunde Flora sorgen.

Milchsäurebakterienkur: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Eine Milchsäurekur bietet sich in mehreren Situationen an:

Bakterielle Vaginose

Bei einer bakteriellen Vaginose herrscht ein Ungleichgewicht der Scheidenflora. Hier sind Bakterien in die Vagina eingedrungen, die dort eigentlich nichts zu suchen haben: die Milchsäurebakterien werden verdrängt.

Zu den Symptomen zählt etwa vermehrt weißlicher Ausfluss mit fischigem Geruch, in seltenen Fällen kann es auch zu brennen, Rötungen und Scheidentrockenheit kommen. In einigen Fällen ist die bakterielle Vaginose aber auch vollkommen symptomfrei.

Vorbeugung gegen Scheideninfektionen

Vor allem für Frauen, die häufig Scheideninfektionen bekommen, ist eine regelmäßige Anwendung mit Milchsäure zu empfehlen. Aber auch Frauen, die Antibiotika nehmen, können so mögliche, durch die Medikamente ausgelöste Infektionen verhindern.

Nach einer Scheidenpilzbehandlung

Nach einer Behandlung von Scheidenpilz ist die Scheidenflora oft gestört und benötigt etwas Starthilfe, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Eine Milchsäurekur kann hier entsprechend Abhilfe leisten.

Frau hält Hände vor Schritt

Nach einer Pilzinfektion kannst du das Scheidenmilieu mit Milchsäurebakterien beim Aufbau unterstützen.

Wie kann man sich selbst mit Milchsäure behandeln?

Verschieden Arten der Milchsäurebakterienkur bekommst du rezeptfrei in der Apotheke. Die Milchsäurebakterien sind als Vaginalzäpfchen, Gel und Vaginaltabletten erhältlich. Hier solltest du dich von deinem Frauenarzt oder Apotheker beraten lassen, was die Vor- und Nachteile der verschiedenen Präparate sind. Auch gibt es Tampons, die einen Milchsäurebakterienkern haben und während der Periode das gesunde Scheidenmilieu aufrechterhalten sollen. Diese Tampons sind jedoch umstritten, da laut Stiftung Warentest keine eindeutige Wirkung der Milchsäure-Tampons nachgewiesen werden konnte.

Bester Zeitpunkt für eine Milchsäurekur ist kurz nach der Menstruation, da hier die Scheidenflora bei einigen Frauen durch die benutzten Hygieneartikel gestört werden kann. Außerdem ist zu diesem Zeitpunkt das Scheidenmilieu besonders trocken und somit anfälliger für Infektionen. Sinnvoll ist auch die Benutzung eines pH-Testreifens, um zu testen, ob deine Scheidenflora nach der Milchsäurekur wieder im Gleichgewicht ist.

Vorsicht: Im Internet findet man häufig den Tipp einfach ein Tampon in Naturjoghurt zu tunken und es dann einzuführen. Das Problem hierbei besteht darin, dass die im Joghurt enthaltenen Milchsäurebakterien andere sind als die, die sich in der Vagina befinden. Nimm von dieser Idee also am besten Abstand.

 

Löffel und Joghurtbecher

Joghurt ist lecker und gesund, hat in der Vagina aber nichts verloren.

Vorsorge ohne Milchsäure

Häufig treten Pilz- und bakterielle Infektionen aufgrund von falscher Intimpflege auf. Wir verraten, wie du entsprechende Krankheiten vermeiden kannst:

  • Wische nach dem Toilettengang immer von vorne nach hinten ab, damit keine Darmbakterien in deine Vagina gelangen können.
  • Wechsel Hygieneartikel, vor allem während der Periode, regelmäßig. Idealerweise alle drei bis vier Stunden. Setze etwa bei Slipeinlagen auf Luftdurchlässigkeit und nicht auf Produkte, die parfümiert oder mit Desinfektionsmitteln versetzt sind.
  • Überpflege deine Vagina nicht! Durch gängige Duschgels und Seifen wird der empfindliche Schutzmantel der Haut im weiblichen Intimbereich geschädigt und Krankheiten können sich besser einnisten. Reinige die Scheide besser nur mit Wasser.
  • Trage, wenn möglich immer Baumwollunterwäsche, um einen Feuchtigkeitsstau zu verhindern. Außerdem könntest du dir angewöhnen, nachts unten ohne zu schlafen. Deine Vagina wird sich über die frische Luft freuen.
  • Ist es doch zu einer Pilzinfektion gekommen, wasche deine Wäsche und deine Handtücher in der Waschmaschine mindestens bei 60 Grad. Ist das nicht möglich, greife zu einem Hygienespüler.

Nimmst du die Pille und leidest oft unter Scheidenpilz, kann das mitunter an dem Präparat liegen. Anti-Baby-Pillen mit hohem Östrogengehalt können den nämlich begünstigen. Kläre das am besten mit deinem Gynäkologen ab.  

Fazit der Redaktion

Wenn es untenrum juckt oder zwickt, kann eine Milchsäurebakterienkur schnell und unkompliziert Abhilfe schaffen. Gehe hierbei aber nicht eigenmächtig vor, abzuraten ist auch von einer Behandlung mit Naturjoghurt – besprich dich vorab mit deinem Frauenarzt oder lass dich in der Apotheke beraten, welches Produkt das richtige bei deinen Beschwerden ist.

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