Nickelallergie – wenn dein Schmuck zur Gefahr wird

FREITAG, 07.07.2017

Wer an einer Nickelallergie leidet, verträgt oft keinen Modeschmuck, muss bei der Wahl einer Brille vorsichtig sein und kann sogar auf Geldmünzen allergisch reagieren. Hier erfährst du, wie eine Nickelallergie ausgelöst wird und was du dagegen tun kannst.

Eine Nickelallergie ist laut der deutschen Haut- und Allergie Hilfe die in Deutschland häufigste Kontaktallergie. Etwa fünf bis zehn Prozent aller Deutschen leiden der Organisation zufolge daran. Wo wir mit Nickel in Kontakt kommen und wie sich eine Nickelallergie äußert, erfährst du hier.

Was ist Nickel?

Nickel ist ein chemisches Element, das zu den Übergangsmetallen zählt. Das Wort stammt aus dem Erzgebirge, wo man Erz fand, aus welchem man – anders als vom bis dahin bekannten Kupfererz -  kein Kupfer gewinnen konnte.

Damals (am Ende des 18. Jahrhunderts) nahm man an, dieses Erz sei von Berggeistern, den sogenannten "Nickeln" verhext worden sei.

Nickelallergie: Worin befindet sich das Metall?

Nun könnte man meinen, Nickel befände sich nur in Gegenständen. Man kann es jedoch auch in Lebensmitteln nachweisen, wie zum Beispiel Buchweizen, Brokkoli, Rhabarber, diversen Nuss- und Fischarten.

Auch bei Leitungswasser sollte man vorsichtig sein, denn alte Wasserrohre sind oft nickelhaltig sein. Wasser aus solchen Rohren kann beim Trinken folglich Symptome einer Nickelallergie auslösen.

Typische Auslöser von Symptomen der Nickelallergie sind Modeschmuck, Knöpfe und Küchengeräte. Und auch Geldmünzen und Brillengestelle haben oft eine Legierung aus Nickel.

Wie zeigt sich eine Nickelallergie?

Betroffene einer Nickelallergie haben oft gerötete, juckende oder nässelnde Hautstellen, dort, wo sie in Berührung mit beispielsweise einer nickelhaltigen Münze gekommen ist.

Oft bilden sich auch kleine Knötchen und Bläschen. Diese Symptome treten meist erst einige Stunden oder Tage nach dem Kontakt mit dem Allergen auf, heilen aber für gewöhnlich nach wenigen Stunden auch wieder ab, sofern es nicht erneut zu Kontakt mit Nickel kommt.

Wodurch wird eine Nickelallergie ausgelöst?

Der Mechanismus, der eine Nickelallergie auslöst war lange unbekannt. Doch vor einigen Jahren kamen Wissenschaftler der Universität Gießen dem Auslöser auf die Spur. Es solle sich um die Eiweißverbindung TLR 4 handeln, die Mikroorganismen entdeckt und dadurch eine Abwehrreaktion auslöst.

Dieses TLR 4 erkennt bei einer Nickelallergie fehlerhafterweise auch Nickel und soll, so die Gießener Forscher, auf diese Wiese die allergische Reaktion auslösen.
Besonders anfällig für eine Nickelallergie sind laut Oberarzt Dr. Christian Schuster vor allem Frauen, denn Modeschmuck wie Ohrringe, Ketten und Armbänder gehören zu den häufigsten Auslösern einer Sensibilisierung.

Was kann man gegen eine Nickelallergie tun?

Eine in der EU erlassene Nickelverordnung legt seit dem Jahr 2000 fest, wie viel Nickel ein Gegenstand pro Woche freisetzen darf. Seitdem sei laut des Arztes ein langsamer Rückgang der Betroffenen einer Nickelallergie zu beobachten.

Laut einem Bericht der Apotheken Umschau sei eine Nickelallergie jedoch unheilbar, was den nur zähen Rückgang erklärt. Man solle einfach darauf achte, nicht in Kontakt mit dem Allergen zu kommen.

Außerdem helfe die verstärkte Hautpflege, da Risse in trockener Haut das Eindringen der Nickelionen erleichtern. Da die betroffenen Hautstellen durch die Nickelallergie entzündet sind, sollen auch kortisonhaltige Cremes gegen Beschwerden helfen.

Solltest du Symptome einer Nickelallergie bei dir entdecken, sprich auf jeden Fall mit einem Arzt darüber, denn bei stärkerer Ausprägung werden oft auch Tabletten verschrieben.

Hier geht’s zum Google+ Profil von fem Gesundheit Google+

Leidest auch du an einer Nickelallergie?

Modeschmuck ist für Betroffene einer Nickelallergie oft tabu.

Mehr zum Thema