Die Spirale: Dauerhafte und sichere Verhütung

MONTAG, 01.10.2018

Die Spirale gilt als eines der sichersten Verhütungsmittel überhaupt. Einmal in die Gebärmutter eingesetzt, soll sie ein sorgenfreies Sexleben garantieren. Wir klären dich über die Vor- und Nachteile sowie die Kosten dieser Verhütungsmethode auf.

Spirale oder Pille? Eine Frage, die jede Frau, die ein sicheres Verhütungsmittel sucht, für sich beantworten muss. Wer eine dauerhafte Verhütung für sich sucht und nicht jeden Morgen oder Abend an die Pille denken möchte, für den kann die Spirale eine Alternative sein. Hier ein Überblick über die Vor- und Nachteile dieser Verhütungsmethode und die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wie funktioniert die Spirale?

Zu unterscheiden ist grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Formen der Spirale, der Hormon- und der Kupferspirale. Beide Verhütungsmittel erinnern mit ihrer T-Form optisch an einen Anker, an dem ein Rückholfaden befestigt ist. Die Kupferspirale ist mit einem Kupferdraht umwickelt, der nach dem Einsetzen in die Gebärmutter Kupfer freisetzt. Dieses erschwert Spermien die Beweglichkeit und Befruchtung einer Eizelle. Sollte dennoch eine Eizelle befruchtet werden, verhindert die Kupferspirale eine Einnistung in der Gebärmutter.

Der Unterschied zwischen Kupfer- und Hormonspirale liegt in der jeweiligen Wirkungsweise. Die Hormonspirale ist mit Kunststoff umwickelt und enthält das Hormon Levonorgestrel. Dieses wird nach dem Einsetzen in die Gebärmutter kontinuierlich freigesetzt. Das Hormon hemmt Beweglichkeit und Befruchtungsfähigkeit der Spermien und verhindert so eine Schwangerschaft.

Vorteile der Spirale

Im Vergleich zu anderen Verhütungsmitteln hat die die Spirale sowohl für jüngere als auch ältere Frauen einige entscheidende Vorteile:

  • Einmal eingesetzt, musst du dir mit der Spirale in puncto Verhütung so schnell keine Gedanken mehr machen. Wie lange sie im Körper bleiben kann, hängt unter anderem von der Verträglichkeit ab. Verträgst du sie aber gut, braucht man sie erst in etwa fünf Jahren wieder zu wechseln.
  • Und wie sicher ist die Spirale? Der Pearl-Index – er beziffert die Sicherheit von Verhütungsmitteln – liegt bei der Kupferspirale zwischen 0,9 und 3, bei der Hormonspirale sogar bei nur 0,16. Zum Vergleich: Die Antibabypille gilt mit einem Pearl-Index von 0,1 bis 0,9 als das sicherste Verhütungsmittel der Welt.

Wer mit der Kupferspirale verhütet, belastet seinen Körper nicht mit Hormonen und beeinträchtigt damit auch seinen natürlichen Zyklus nicht.

Kupferspirale senkt Krebsrisiko

Außerdem ergab eine 2011 veröffentlichte Studie der Fachzeitschrift "Lancet Oncology", dass die Kupferspirale die Wahrscheinlichkeit für Gebärmutterhalskrebs um die Hälfte reduziere. Die Forscher werteten Daten von insgesamt rund 20.000 Frauen aus und fanden einen Zusammenhang zwischen dem Verhütungsmittel und einem geringeren Krebsrisiko. Auch für die Hormonspirale wurde im Rahmen der Untersuchung ein immunologischer Schutzmechanismus in Bezug auf Gebärmutterhalskrebs festgestellt.

Doch was passiert bei diesem Vorgang genau? Die Kupferspirale sorgt offenbar dafür, dass sich Zellen, die von krebsauslösende Viren infiziert sind, nicht in Krebszellen verwandeln. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass die Wahrscheinlichkeit, mit der sich aus einer entsprechenden Infektion später Gebärmutterhalskrebs entwickelt, offenbar größer ist als gedacht.

Wie und wann wird die Spirale eingesetzt?

Beide Formen der Spirale können nur vom Frauenarzt eingesetzt werden. Zuvor findet eine gynäkologische Untersuchung statt, um die individuelle Größe des Verhütungsmittels zu ermitteln. Unter Zuhilfenahme eines Röhrchens wird dann die Spirale in die Gebärmutter eingeführt. Der beste Zeitpunkt dafür ist das Ausklingen der Monatsblutung – auch weil dann die Wahrscheinlichkeit einer unentdeckten Schwangerschaft am geringsten und der Gebärmutterhals geweitet ist, was das Einsetzen weniger schmerzhaft macht. Anschließend kontrolliert der Frauenarzt per Ultraschall, ob die Spirale richtig sitzt.

Kann die Spirale verrutschen? Ja. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen stellen sicher, dass das Verhütungsmittel sich noch dort befindet, wo es platziert wurde und wirken soll. Zusätzlich kannst du den Sitz der Spirale auch selbst überprüfen, indem du mit den Fingern prüfst, ob das Rückholbändchen noch zu tasten ist.

Für wen eignet sich die Spirale zur Verhütung?

Aus den genannten Vorteilen ergibt sich, für wen das Verhütungsmittel besonders infrage kommt:

  • für Frauen, die Mühe haben, jeden Tag an Verhütung zu denken
  • für Frauen, die aufgrund von gesundheitlichen Problemen keine Hormone zu sich nehmen dürfen, denn sie können sich auch die hormonfreie Kupferspirale einsetzen lassen
  • für Frauen in den Wechseljahren

Ob mit 18, 30 oder Mitte vierzig – für wen welche Form der Spirale geeignet ist, ist eine individuelle Entscheidung und sollte mit dem Frauenarzt besprochen werden.

Spirale in den Wechseljahren

Für viele Frauen, die kurz vor der Menopause stehen und mit der Familienplanung abgeschlossen haben, ist eine zuverlässige Verhütung oft ein ebenso großes Thema wie für jüngere Frauen. Denn auch wenn die Monatsblutung nur noch sehr unregelmäßig kommt, ist eine Schwangerschaft möglich.

Im Vergleich zu Mitte 20-Jährigen neigen Frauen jenseits der 40 oder 50 jedoch mitunter zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hohem Blutdruck oder Diabetes. In diesen Fällen eignet sich die Spirale zur Verhütung besser als die Pille. Während die Kupferspirale Herz und Kreislauf schont, reduziert eine Hormonspirale meist Schmerzen und Intensität der Regelblutung.

Nachteile und Risiken der Spirale

In den ersten drei bis sechs Monaten nach Einsetzen der Spirale können Nebenwirkungen wie Regelschmerzen und starke Monatsblutungen auftreten. Möglicherweise ist dann die Spirale verrutscht und muss vom Frauenarzt wieder richtig positioniert werden. Eine weitere mögliche Ursache: Der Körper hat die Spirale abgestoßen – das geschieht vermehrt in den ersten beiden Anwendungsmonaten. In jedem Fall ist es ratsam, den Frauenarzt zu konsultieren und den Grund abzuklären.

Besonders junge Frauen leiden nach dem Einsetzen der Spirale Erfahrungen zufolge mitunter an Schmerzen im Beckenraum. Entzündungen in diesem Bereich können als Nebenwirkungen auftreten, wenn die Sexualpartner häufiger gewechselt werden, wodurch ein erhöhtes Risiko für Infektionen wie etwa Chlamydien besteht. Das Risiko für Beckenraumentzündungen lässt sich jedoch bereits vor Einsetzen der Spirale minimieren, indem Infektionen am Muttermund ausgeschlossen bzw. behandelt werden. Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten bietet grundsätzlich nur das Kondom.

Nebenwirkungen, die insbesondere in Verbindung mit der Hormonspirale auftreten

  • Kopfschmerzen
  • Brustspannen
  • Übelkeit
  • Gewichtsveränderungen
  • Akne

Darüber hinaus kann die Hormonspirale durchaus auch Auswirkungen auf das Gemüt haben – beispielsweise in Form von Depressionen und Stimmungsschwankungen

Kupferspirale: Abtreibungs- oder Verhütungsmittel?

Speziell für Kupferspiralen können auch moralische Bedenken zum Tragen kommen. Denn eine Kupferspirale tötet nicht nur Spermien ab, sondern kann auch verhindern, dass sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet. Alle, die eine befruchtete Eizelle bereits als menschliches Leben empfinden, sollten daher lieber über eine alternative Verhütungsmethode nachdenken.

Anders als die Hormonspirale gehört die Kupferspirale nicht zu den hormonellen Verhütungsmethoden.

Anders als die Hormonspirale gehört die Kupferspirale nicht zu den hormonellen Verhütungsmethoden.

Schwanger trotz Spirale?

Zwar gilt die Spirale bei korrekter Anwendung als besonders sicheres Verhütungsmittel, sollte dennoch eine Schwangerschaft vorliegen, muss der Gynäkologe möglichst schnell aufgesucht werden. Er kann auch feststellen, ob es sich um eine Eileiterschwangerschaft handelt, die durch eine Spirale begünstigt wird.

Bei einer regulären Schwangerschaft muss der Arzt die Spirale – um Infektionen vorzubeugen – entfernen. Dabei kann es mit einer 20-prozentigen Wahrscheinlichkeit zu einer Fehlgeburt kommen. Das Risiko erhöht sich allerdings, wenn die Spirale nicht rechtzeitig entfernt wird.

Wie viel kostet die Spirale?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für das Einsetzen der Spirale bei Frauen bis zum 20. Lebensjahr. Alle anderen Patientinnen müssen sie selbst tragen. Die Spirale beläuft sich – abhängig vom Modell – auf einen Preis zwischen 30 und 85 Euro, das ärztliche Honorar für das Einsetzen liegt zwischen 120 und 300 Euro.

Zwar wird die erste Lagekontrolle mit Ultraschall noch von der Krankenkasse übernommen, nicht aber die nachfolgenden. Somit ist die Spirale eine vergleichsweise kostspielige Verhütungsmethode, rechnet sich aber über eine längere Anwendungsdauer: Wer die Spirale mindestens drei Jahre als Verhütungsmittel nutzt, kann im Vergleich zur Antibabypille Geld sparen.

 

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Fazit der Redaktion

Wie jedes Verhütungsmittel hat auch die Spirale ihre Vor- und Nachteile. Während du dir über Verhütung nach dem Einsetzen der Spirale nicht mehr jeden Tag Gedanken machen musst und der Pearl-Index eine hohe Sicherheit verspricht, können im Einzelfall auch unangenehme Nebenwirkungen auftreten: Dazu zählen beispielsweise Kopfschmerzen, Übelkeit oder Entzündungen. Auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt diese Form der Verhütung nicht, egal ob du dich für eine Kupfer- oder Hormonspirale entscheidest. Ein Abwägen der einzelnen Argumente, die für und gegen die Spirale sprechen, ist also immer eine ganz individuelle Angelegenheit.