Leben & Familie

Kindergeld für ungeimpfte Kinder streichen?

FREITAG, 08.12.2017

Seine Kinder nicht impfen zu lassen, kann schwerwiegende Folgen haben – nicht nur für die eigenen Schützlinge. Impfgegner steigern das Risiko auf Krankheitsepidemien und trotzdem wollen sie sich nicht belehren lassen. Die "Spiegel"-Redakteurin Josephin Mosch plädiert nun dafür, dass solchen Eltern das Kindergeld gestrichen werden sollte.

In Italien wurde in diesem Jahr bereits die Impfpflicht eingeführt. In Deutschland gibt es bislang keine verbindliche Regelung, aber viele Menschen sprechen sich mittlerweile dafür aus. Unter ihnen auch Josephin Mosch, die einen Vorschlag machte, der nun heiß diskutiert wird.

Finanzielle Kürzungen für Impfgegner

Das Impfgesetz aus Italien fand hierzulande bei vielen Gruppen großen Anklang. Ab sofort werden in Italien Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen, zur Kasse gebeten. Sie müssen Geldbußen zahlen und verlieren möglicherweise sogar ihren Anspruch auf einen Kita-Platz.

Und auch in Deutschland wünschen sich viele, dass die Impfgegner in die Schranken verwiesen werden. Unter ihnen auch die "Spiegel"-Redakteurin Josephin Mosch. In einem Kommentar forderte sie, dass Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen, finanziell benachteiligt werden sollten. Sie beruft sich dabei auf das australische Vorbild, wo Eltern nur dann Zuschüsse für die Kindererziehung und -betreuung bekommen, wenn sie ihre Schützlinge gegen bestimmte Krankheiten impfen lassen. In Deutschland würde das bedeutet: kein Kindergeld für Impfgegner. In Australien haben solche Maßnahmen dazu geführt, dass über 200.000 Kinder nachgeimpft wurden.

Warum lassen einige Eltern ihre Kinder nicht impfen?

Diejenigen Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen, glauben, dass die Spritze mit ihren Inhaltsstoffen den Kleinen schaden könnte. Außerdem sind sie davon überzeugt, dass die Krankheiten ja ohnehin nicht oft vorkommen und dass eine Infizierung äußerst unwahrscheinlich ist. Und dann kommen noch die Impfmythen hinzu, die Impfgegner im Internet aufgreifen und gern weiter verbreiten. Ein gefährlicher Trend, denn die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet, dass die Zahl der Immunisierungsskeptiker in Deutschland immer weiter steige. Das wiederum würde die Wahrscheinlichkeit, an einer Krankheit wie Masern zu erkranken, enorm steigen lassen.

Kind beim Impfen pin

Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen, gehen ein hohes Risiko ein.

Ein Anreiz zum Nachdenken

Es ist wissenschaftlich nicht belegt, dass es Kindern schadet, geimpft zu werden. Allerdings ist es erwiesen, dass Impfungen schützen. Und je mehr Eltern ihren Nachwuchs schutzlos in die Kitas schicken, desto wahrscheinlicher ist es auch, dass sich Epidemien ausbreiten. Kein Wunder also, dass ein strengeres Impfgesetz samt finanzieller Strafen immer beliebter wird.