Diaphragma: Vor- und Nachteile

MONTAG, 28.05.2018 Felicia Huber

Eine mögliche Alternative zur hormonellen Verhütung ist das Diaphragma. Doch wie jedes Verhütungsmittel hat auch dieser Empfängnisschutz seine Vor- und Nachteile. Wir helfen dir herauszufinden, ob sich diese Art der Verhütung auch wirklich für dich eignet.

Das Diaphragma muss kurz vor dem Geschlechtsverkehr in die Vagina eingeführt werden. Es wird vor den Muttermund gesetzt und verhindert so das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter. Oft wird es vor der Anwendung noch mit sogenannten Spermiziden versehen. Dabei handelt es sich um Cremes oder Gels, die in den Scheidenkanal gelangte Spermien abtöten. Doch welche Vorteile hat ein Diaphragma und welche Nachteile? Wir haben uns dieses mechanische Verhütungsmittel einmal genauer angesehen.

Die Vorteile des Diaphragmas

Das Diaphragma ist im Grunde leicht zu handhaben. Zunächst ist zwar ein bisschen Übung nötig, doch bald beherrschst du das Einsetzen sicher. Das Gute: Das Diaphragma kommt nur bei Bedarf zum Einsatz und hat keinen Einfluss auf deinen Zyklus. Auch andere Nebenwirkungen, wie sie zum Beispiel bei der Pille vorkommen, bleiben aus, da der Schutz rein mechanisch funktioniert und eben nicht auf hormoneller Basis. Gerade hormonelle Verhütungsmittel können bei Frauen gesundheitliche Risiken mit sich bringen und für emotionale Schwankungen sorgen.

Die Nachteile des Diaphragmas

Bevor du das Diaphragma sicher anwenden kannst, musst du zum Arzt. Dieser passt es dir an und berät dich anschließend ganz genau zur Handhabung. Verändert sich dein Körper, nimmst du beispielsweise zu oder hast eine Schwangerschaft hinter dir, muss das Diaphragma erneut angepasst werden. Das ist wichtig, damit das Verhütungsmittels immer richtig sitzt.

Ein weiterer Punkt, der ein Diaphragma unattraktiv machen könnte, ist das Einsetzen kurz vor dem Geschlechtsverkehr. Oft bietet sich kein Zeitpunkt für die Vorbereitung an. Das Problem: Das Verhüterli darf höchstens zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden, sonst ist der Verhütungsschutz nicht mehr gewährleistet. Spontaneität bleibt da natürlich etwas auf der Strecke.

Ein zusätzlich eingesetztes Spermizid kann außerdem Brennen oder ein Wärmegefühl hervorrufen, da Verhütungsgels die empfindlichen Scheidenwände reizen. In seltenen Fällen kannst du sogar eine allergische Reaktion auf das Gel oder das Material deines Diaphragmas erleiden.

So sicher ist das Diaphragma

Wie gut ein Diaphragma vor ungewollten Schwangerschaften schützt, ist abhängig von der korrekten Anwendung. Im Idealfall übst du das Einsetzen nach dem Anpassen in der Arztpraxis. Solange du dir noch unsicher bist, solltest du am besten auf zusätzliche Verhütungsmittel wie Kondome zurückgreifen.

Wenn das Material deines Diaphragmas spröde erscheint, kann die Sicherheit ebenfalls nicht mehr garantiert werden. Ein gut gepflegtes Diaphragma hält übrigens bis zu zwei Jahre. Danach solltest du es gegen ein neues ersetzen.

Vor der ersten Anwendung

Das Diaphragma ist eine schalenförmige Kappe aus Silikon oder Latex mit einer eingearbeiteten Metallfeder, die wie ein Tampon in die Scheide eingeführt wird. Wenn du das Verhütungsmittel zum ersten Mal benutzt, solltest du dir auf alle Fälle Zeit nehmen und die beiliegende Gebrauchsanweisung gut durchlesen. Übe das Einsetzen des Diaphragmas am besten ein paar Mal, bevor du es zur Verhütung beim Geschlechtsverkehr benutzt.

Diaphragma einsetzen: So geht’s

Bevor du das Diaphragma einführst, bestreichst du zunächst den Rand der Silikonmembran mit einem Teelöffel des dazu gelieferten Gleitgels. Das erleichtert das Einführen. Suche nun eine Position, die für dich bequem ist, beispielsweise hockend, liegend oder stehend mit einem hochgestellten Bein.  Nimm das Silikonkäppchen mit Zeigefinger und Daumen in die Hand und halte es so, dass der Pfeil zum Körper zeigt. Öffne nun mit deiner anderen Hand die Schamlippen und führe das Diaphragma wie einen Tampon entlang der Scheidenwand möglichst tief in die Vagina ein.

Korrekt eingesetzt, liegt das Diaphragma zwischen dem hinteren Scheidengewölbe und der Nische am Schambein und bedeckt den kompletten Muttermund. Du bist dir unsicher? Wenn du den Muttermund, der sich in etwa wie eine Nasenspitze anfühlt, durch die Membran ertasten kannst, befindet sich das Verhütungsmittel an der richtigen Stelle.

Nach der Anwendung

Nach dem Geschlechtsverkehr sollte das Diaphragma mindestens sechs Stunden lang drin bleiben. Danach kannst du es einfach an der Griffmulde herausziehen und reinigen. Wichtig:  Spätestens nach 24 Stunden solltest du es entfernen, da sich sonst vermehrt Bakterien bilden.

Das sagt die Redaktion: Das Diaphragma hat Vor- und Nachteile. Lass dich bei der Entscheidung, ob es das passende Verhütungsmittel für dich ist, auf jeden Fall von deinem Frauenarzt beraten.

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