Liebe & Lust

Scheidenpilz - Wenn's plötzlich juckt

DIENSTAG, 31.05.2016

Scheidenpilz ist vor allem am plötzlichen Juckreiz im Intimbereich erkennbar. In unserer Serie über die häufigsten Geschlechtskrankheiten klären wir heute über die vaginale Pilzinfektion auf.

Sexuell übertragbare Erkrankungen sind noch immer ein Tabuthema. Dabei kommen gerade heute viele Menschen wenigstens einmal im Leben mit ihnen in Kontakt – nicht zuletzt aufgrund der steigenden Anzahl an Sexualpartnern. Die Statistiken sprechen folglich für sich: Krankheiten wie Tripper (Gonorrhoe) und Lues (Syphilis) sind wieder auf dem Vormarsch.

Die meisten Infektionen werden durch Bakterien und Pilze verursacht und sind – einmal erkannt – gut behandelbar. Doch gibt es auch Krankheiten (vor allem virale), die schwere Folgen bis hin zum Tod mit sich bringen können. Wir klären daher in unserer Serie auf über die bekanntesten Infektionen im Genitalbereich. Heute: die vaginale Pilzinfektion, besser bekannt als Scheidenpilz.

Die Krankheit: Scheidenpilz

Eine Infektion mit Hefepilzen im Intimbereich, medizinisch Vaginalmykose genannt, ist alles andere als eine Seltenheit. Experten gehen davon aus, dass rund 40 Prozent aller Menschen dauerhaft Pilze im Körper tragen – im Intimbereich der Frauen finden sie sich etwa bei jeder fünften Frau und sogar bei jeder dritten Schwangeren. Zu einer Infektion allerdings kommt es erst, wenn sich die Hefepilze stark vermehren. Meist ist ein durch Stress oder eine Vorerkrankung geschwächtes Immunsystem der Auslöser von Scheidenpilz. Aber auch Hygiene, Hormonhaushalt und Ernährung können eine Rolle spielen.

Infektion mit Scheidenpilz 

Ob eine Frau sich mit Scheidenpilz infiziert oder nicht, hängt davon ab, in welchem Zustand sich die Scheidenflora befindet. Diese setzt sich aus unterschiedlichen Bakterien zusammen, die für ein saures Milieu sorgen, in dem sich krankmachende Pilze und Bakterien nicht ansiedeln können. Durch verschiedene Faktoren kann es aber dazu kommen, dass die Scheidenflora in Ungleichgewicht gerät und sich Krankheitserreger ausbreiten können. Infolgedessen kann es zu einer Infektion im Intimbereich kommen. "Diese geht mit sehr unangenehmen Beschwerden einher, wie Juckreiz, Brennen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Oft begleitet von dickflüssigem, weißlichen Ausfluss", so Witt.

Eine Störung des Gleichgewichts der Scheidenflora tritt offenbar in einigen Lebensphasen sowie unter gewissen Umständen gehäuft auf. So können beispielsweise hormonelle Veränderungen Einfluss auf das Scheidenmilieu haben. Ein veränderter Hormonspiegel kann während der Pubertät gegeben sein oder unter der Einnahme hormoneller Verhütungsmittel wie etwa der Antibabypille. Auch während der Schwangerschaft ist eine Veränderung des Hormonspiegels zu beobachten: Dabei erhöht sich der Anteil der weiblichen Hormone Gestagen und Östrogen und ebnet so den krankmachenden Pilzen den Weg für eine übermäßige Vermehrung.

Die Symptome: Jucken im Scheidenbereich

Scheidenpilz macht sich zunächst durch starkes Jucken im Intimbereich bemerkbar. Weitere typische Symptome sind ein weißlicher, krümeliger Ausfluss und rötliche Genital-Schwellungen. Auch brennende Schmerzen, vor allem beim Wasserlassen, können auftreten. Von der Pilzinfektion sind in der Regel sowohl die Scheide wie auch der Scheideneingang betroffen, da sich die Hefepilze – in den allermeisten Fällen ist es der Candida albicans – im warmen, feuchten Scheidenmilieu, das von Milchsäurebakterien bevölkert wird, sehr wohlfühlen.

Die Scheidenpilz-Therapie: vom Anti-Pilzmittel bis zum Kamille-Bad.

Eine Scheidenpilz-Infektion ist lästig, aber in der Regel nicht bedrohlich. Meist ist die Erkrankung in ein bis drei Tagen ausgestanden. Dennoch ist ein Besuch beim Frauenarzt unbedingt zu empfehlen, um andere Geschlechtskrankheiten ausschließen zu können. Zur Behandlung kommen häufig Anti-Pilzmittel, sogenannte Antmykotika, zum Einsatz, die in Form von Scheidenzäpfchen und/oder Cremes angewendet werden.

Auf natürlichem Wege kann den Hefepilzen durch Kamille-Sitzbäder sowie die Verwendung einer pH-neutralen Seife und luftdurchlässiger Unterwäsche beigekommen werden. Auch regelmäßiges Einfetten der Haut und das Trockenföhnen nach jedem Toilettengang können helfen, das Wohlfühlklima der Pilze zu zerstören. Sehr umstritten ist hingegen die Verwendung von in Naturjoghurt getränkten Tampons, die die gestörte Vaginalflora wieder herstellen sollen.

Dein Arzt wird dich zu allen Therapie-Möglichkeiten beraten.

Hier findest du die übrigen Teile unserer Serie über Geschlechtskrankheiten:

>> Teil I: Chlamydien-Infektion 
>> Teil III: Tripper 
>> Teil IV: HPV 
>> Teil V: Syphilis
>> Teil VI: Genitalherpes
>> Teil VII: HIV/Aids
>>Teil VIII: Hepatitis B

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