"Ich brauche immer Sex!" – Das Leben einer Nymphomanin

MITTWOCH, 22.11.2017

Nymphomanie: Ein Begriff so weitläufig, wie seine Bedeutung. Lange glaubte man, jemand mit dieser Persönlichkeitsstörung sei nur sexsüchtig. Was aber wirklich dahintersteckt und wie eine Frau zur Nymphomanin wird, erklären wir dir hier.

Eine Nymphomanin ist eine Frau, die immer Sex haben will – unter anderem. Ist das nicht der feuchte Traum aller Männer? Dass Nymphomanie eine ernst zu nehmende Krankheit ist, wissen die wenigsten. Doch zuerst einmal wollen wir dir hier einige wissenswerte Facts dazu näherbringen.

Was bedeutet Nymphomanie? Begriffserklärung

"Nymphomanie" setzt sich aus den altgriechischen Worten "nymphe" (dt.: Braut) und "mania" (dt.: Wahnsinn) zusammen. Bei Männern nennt man das gesteigerte Verlangen nach Sex Satyriasis oder Don-Juan-Komplex.

Diese Bezeichnung verwendet man jedoch meist nur im Zusammenhang mit Promiskuität, also häufigem Partnerwechsel. Das Problem dabei besteht darin, dass nicht genau festgelegt werden kann, wann ein Sexualtrieb "normal" und wann er "gesteigert" ist.

Außerdem verwendet man heutzutage eher die Begriffe Klitoromanie (bei Frauen), Erotomanie (geschlechtsneutral) oder ganz einfach Sexsucht beziehungsweise Hypersexualität, da diese Begriffe weniger negativ belegt sind.

Was ist Nymphomanie genau?

Der Wortteil "Manie" bezeichnet ein krampfhaftes Verhalten, dem die Betroffenen unterworfen sind. Eine echte Nymphomanin ist ständig auf der Suche nach sexueller Befriedigung, hat aber oft das Problem, diese nicht zu erlangen, also keinen Höhepunkt zu erleben. Sie versucht ständig einen Weg zu finden, die eigene Lust in einer Befriedigung zu stillen und probiert deshalb diverse Sexualpraktiken – von SM über Bondage bis Gruppensex – aus.

Außerdem leiden Frauen, die von Nymphomanie betroffen sind, oft unter Depressionen, haben Minderwertigkeitskomplexe und Angst vor Nähe, was in eine Angst vor ernsthaften Beziehungen resultiert.

Der Drang nach Geschlechtsverkehr bestimmt ihr Leben, denn je nach Stärke der Manie müssen Betroffene oft mehrmals täglich Sex haben, um sich überhaupt auf andere Dinge konzentrieren zu können. Wie bei Alkoholsüchtigen haben sie dann Entzugserscheinungen, wie Zittern und starkes Schwitzen.

Für die Nymphomanin wird die Lust zur Qual

Große Lust auf Sex klingt natürlich sehr schön und verlockend, für eine Nymphomanin wird sie allerdings zur Qual. Wenn sie ihrem Verlangen nachgibt und mit einem Partner schläft, fühlt sie danach oftmals ein Gefühl von Scham, Ekel oder Selbsthass. Wieder hat sie keine Befriedigung verspürt und wieder wurde sie schwach – ein Teufelskreis, der Betroffene zuweilen in eine gefährliche Abwärtsspirale treibt.

Nach dem Sex fühlt sich eine Nymphomanin zumeist noch schlechter als vorher.

Nach dem Sex fühlt sich eine Nymphomanin zumeist noch schlechter als vorher.

Wie wird man zu Nymphomanin? Ursachen

Wie bei den meisten anderen Süchten auch, geht die Ausprägung einer Sexsucht schleichend vonstatten, zeigt sich oft erst sehr spät, beziehungsweise wird einfach nicht als solche erkannt.

Es wird vermutet, dass auch frühkindliche Erfahrungen, Veranlagung und sonstige Traumata zur Nymphomanie beitragen.

Wen es interessiert, wie eine Nymphomanie sich entwickeln kann und was diese Krankheit ausmacht, der sollte sich den Film “Nymph()maniac” ansehen. Darin erzählt eine Nymphomanin von ihrem Leben und welche Schwierigkeiten sie darin meistern musste.

Wie wird Nymphomanie therapiert?

Die psychotherapeutische Behandlung besteht meist darin, dass dem Patienten ein besseres Selbstwertgefühl vermittelt werden soll, sowie eine ausgiebige Auseinandersetzung mit dem Familienleben und auch den bisherigen Sexualpartnern.

Die bessere Beziehung zu sich selbst soll auch eine liebevolle Beziehung zu einem Partner ermöglichen. Eine derartige Therapie der Nymphomanie dauert oft Jahre, soll aber langfristige Heilung bewirken.

"Ich brauche immer Sex!" – Das Leben einer Nymphomanin

Wir wird eine Frau zur Nymphomanin?

Das sagt die Redaktion

Eine Nymphomanin ist keine Frau, die Männer mit ihrer gesteigerten Lust verrückt macht – sie treibt sich selbst förmlich in den Wahnsinn. Die Hypersexualität ist eine Störung, die behandelt werden sollte, da sie andernfalls das Leben der Betroffenen zur Qual macht. Alles dreht sich um Sex, zwischenmenschliche Beziehungen und der Alltag geraten in den Hintergrund. Betroffene sollten sich Hilfe bei einem Psychotherapeuten suchen, um einen Weg zu finden, das eigene Selbstwertgefühl zu stärken und so ein Leben zu führen, das die Patienten sich wünschen.

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