Konkurrenzdenken ist Angstdenken – auch im Bett

FREITAG, 23.03.2018

Eifersüchtig auf die langbeinige Schönheit aus dem Fernsehen, die den Männern und selbstverständlich auch deinem Mann den Kopf verdreht? Sorge, nicht gut genug zu sein? Überall lauert die Konkurrenz, der du dich nicht entziehen kannst. Warum ist das so und wie kannst du es verhindern? Was, wenn du sogar aus Konkurrenzdenken und Eifersuchtsgehabe an dir zweifelst und daran kaputt gehst?

Wie du dies unterbinden kannst und was dir vielleicht die Augen öffnen wird. Ein kleiner Spaziergang durch den Park Selbstliebe, sexuelles Selbstbewusstsein und bedingungsloses Vertrauen.

Eine Welt der Oberflächlichkeit, auf die wir uns einlassen

Die Eifersucht auf Schönheit, die pure Angst davor, dass dein Partner dich für die Nachbarsschönheit aufgrund ihres elegant schönem Wimperngeklimperns sitzenlässt. Wir alle haben einmal dieses lästige, unangenehme Gefühl der sich anbahnenden Eifersucht spüren müssen, wenn unser Herzensmensch der heißen Lady in der Einkaufsstraße hinterhergeschaut hat. Wir alle kennen die schwere Angst, ihn in der Oberflächlichkeit zu verlieren und das ätzende Gefühl danach, welches am Selbstwert nagt. Ich spreche von Eifersucht in seiner reinen, unnatürlichen Form. Wir alle kennen sie, finden sie unvorteilhaft und möchten sie wie eine Krankheit loswerden – doch neigen wir dazu, uns immer wieder auf sie zu stürzen. Als wären sie ungesunde Chips, die wir eigentlich nicht essen wollen.

Unzufriedenheit, die sich auf dein Sexleben auswirkt

Diese Eifersucht überträgt sich auf euren Sex. Nämlich dann, wenn du während des Akts mit den Gedanken nicht mehr bei dir und ihm, sondern bei der potenziellen Schönheit bist, die dir in deinem Kopf den Partner wegschnappt. Selbst, wenn du davon überzeugt bist, dass er nicht merkt, was dir durch den Kopf geht, lass dir gesagt sein, dass er es früher oder später wissen wird. Weder du noch er könnt euren Sex genießen und es wird immer etwas zwischen euch stehen: Deine Eifersuchtsgedanken und deine Angst.

Denn deine Gedanken werden schlimmer und schlimmer, wenn du sie nicht unterbindest

Mit der wachsenden Eifersucht und der Überzeugung, dass er dich für die nächste Miss Schickimicki sitzen lassen wird, wachsen auch deine Selbstzweifel und du gehst daran kaputt. Wenn du dich mit anderen vergleichst, spiegelt dies deine eigene Angst wieder. Vergleiche sind aussichtslos und sich in ihnen zu verlieren sehr gefährlich – nicht nur für deine Beziehung, sondern auch für dich selbst.

Es gibt viele Gründe, aufzuhören, eifersüchtig zu sein. Doch wie lässt sich das umsetzen, wenn du einmal in der Eifersucht gefangen bist?

Es liegt in unserer Hand, etwas dagegen zu tun

Du bist nicht mit eifersüchtigen Charakterzüge geboren, sondern hast sie dir im Laufe deines Lebens angeeignet. Vielleicht durch Kommentare, die du erhalten musstest, durch Erziehung und dem falschen Umfeld oder durch den Einfluss sozialer Medien.

Ein Teufelskreis und wie du aus ihm herausfinden kannst

Bist du einmal so richtig in deiner Eifersucht drin gewesen, bemängelst du viel an dir und verlierst dich in einem Kreis aus Unzufriedenheit, die sich auf deine Beziehung und auf deinen Sex auswirkt.

Um diesem Kreis zu entrinnen, braucht es eine feste Überzeugung. Du musst wissen, was es für dich bedeutet, so viel Konkurrenz in jeder schönen Frau zu sehen. Wenn du erkannt hast, dass dein Verhalten und deine Gedanken dich kaputtmachen, kannst du einen Schritt weitergehen und deine Gedanken beobachten.

Meistens geschieht Konkurrenzdenken so unterbewusst automatisch, dass wir es gar nicht mitbekommen. Versuche mehr auf dich und deine Gedanken zu achten. Die Kassiererin hat deinen Partner zu lange angeschaut und du findest das unmöglich? Denk lieber vorher einmal darüber nach und erinnere dich daran, dass es nichts bringt, Konkurrenz zu sehen, wo keine ist.

Halte dir vor Augen, dass du einen Partner hast, der dich liebt und schätzt und erinnere dich auch darin, dass du dich selbst liebhast. Du bist etwas Besonderes und wirst nicht einfach ersetzt – daher ist Konkurrenzdenken hier fehl am Platz. Konkurrenzdenken hört da auf, wo Selbstliebe anfängt: Lerne, dich selbst so zu akzeptieren, wie du bist und vergleiche dich nicht.

Interpretiere nichts in etwas hinein, sondern denke ruhig nach – Du bist eifersüchtig und glaubst, dein Liebster geht dir fremd, weil er andere Frauen schöner findet, als dich? Das nur, weil er einen für dich zu intensiven Blick mit seiner besten Freundin ausgetauscht hat? Verabschiede dich davon, Dinge zu sehen, die nicht da sind. Ein Blick, eine in deinen Augen falsche Berührung und ein Satz, der anders gemeint war. In all diese Dinge kannst du etwas hineininterpretieren, was in der Realität ganz anders war.

Akzeptiere Flirts, als das, was sie sind: Flirts – Und selbst wenn der Blick, den dein Liebster der besten Freundin geschenkt hat, zu intensiv war, geht deine Beziehung auch nicht zu Ende. Flirts, wie Blicke oder ein nettes Kompliment heißen nicht, dass dein Partner dich weniger sexy findet oder auf der Suche nach jemanden ist, mit dem er dich ersetzen kann.

Wenn es wirklich schlimm ist: Sprich mit deinem Partner darüber. Wenn du dir selbst nicht mehr helfen kannst, ist es okay, anderen davon zu erzählen, um dich selbst etwas zu erleichtern. Du musst deine Lasten nicht ewig allein tragen müssen und du solltest dich auch nicht schuldig fühlen. Wichtig ist, dass du dir Hilfe holst, als in deinen Ängsten zu verharren. Sei ehrlich und offen mit dir selbst und mit deinem Umfeld.

Autorin: Nova Niedermeyer

Paar, jeder auf seine Seite vom Bett gedreht

Unzufriedenheit in der Beziehung wirkt sich sehr schnell auf das Sexleben aus.

Fazit

Unzufriedenheit durch Eifersuchtsangst im Bett muss nicht sein. Nicht nur dein Sexleben, sondern auch dein inneres Wohlbefinden und vielleicht sogar die Intensität der Nähe eurer Beziehung wird sich positiv verändern, wenn du Konkurrenzdenken loslässt.

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