Kupferball: Die hormonfreie Verhütungsalternative zur Pille?

DONNERSTAG, 14.06.2018

Bei der Verhütung spielte lange Zeit die Pille eine entscheidende Rolle – mittlerweile wünschen sich viele Frauen aber eine hormonfreie Alternative. Neben Kupferspiralen, Diaphragma & Co. hört man auch immer öfter vom sogenannten Kupferball. Was es damit auf sich hat, verraten wir hier.

Safety first: Acht Jahre lang arbeitete der israelische Gynäkologe Dr. Ilan Baram an der Entwicklung des Kupferballs. Herausgekommen ist dabei eine hormonfreie und schmerzarme Verhütungsmethode für Frauen jeden Alters.

Eine runde Sache

Wer bislang hormonfrei und dabei sicher verhüten wollte, griff oftmals zur klassischen Spirale. Doch mit der kommen viele Frauen nicht zurecht: Denn manchmal ist sie zu groß, sitzt nicht richtig oder kann sogar den Uterus perforieren. Anders beim Kupferball. Der hat im Gegensatz zur Spirale keine Ecken und Kanten und verhakt sich daher auch nicht an den Uterus-Wänden.

Außerdem ist das Verhütungsmittel ganz schön smart: Es besteht aus zartem Draht, der mit Polymer ummantelt ist, und sich nach dem Einsetzen zu einer dreidimensionalen Kugel formt. Dank seiner Formgedächtnislegierung findet er dabei immer wieder die optimale Lage innerhalb der Gebärmutter. Die empfängnisverhütende Wirkung geht aber vor allem von den 17 Kupferperlen aus, die am Draht aufgefädelt sind. Sie geben regelmäßig in kleinen Mengen Kupferionen frei und die schränken unter anderem die Beweglichkeit der Spermien ein. Sollte es doch zu einer Befruchtung kommen, verhindern sie das Einnisten einer Eizelle. Zusätzlich verringern die keimhemmenden Eigenschaften des Materials das Infektionsrisiko.

Verhütung mit dem Kupferball?

Falls du mit dem flexiblen Kupferball als Verhütungsmethode liebäugelst, solltest du die Entscheidung vorab mit deinem Gynäkologen besprechen. Gibt der grünes Licht, kannst du ihn dir in seiner Praxis mit einem Einführungsröhrchen einsetzen lassen, wo er von Tag eins an für fünf Jahre empfängnisverhütend wirkt. Nach acht bis zwölf Wochen sollte über einen Ultraschall nachgeprüft werden, ob der Kupferball richtig sitzt. Danach reichen jährliche Kontrolluntersuchungen. Die Entfernung durch einen Arzt ist dabei jederzeit möglich.

Das Online-Magazin “Super-Med”hat den Experten Dr. Johannes Seidel, Gründungsmitglied der Privatklinik "Woman & Health", zum Thema der hormonfreien Verhütung befragt. Der Gynäkologe erklärte, dass der Kupferball gerade für junge Frauen gut geeignet ist, da er sich aufgrund seiner kleinen und flexiblen Größe auch kleinen Gebärmutterhöhlen anpasst und es so zu weniger Blutungsstörungen beziehungsweise Zwischenblutungen kommt.

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