Lusttropfen: Schwanger werden durch Präejakulat?

MONTAG, 10.09.2018

Der Lusttropfen ist zwar unscheinbar, hat aber eine große Wirkung. Er sorgt nicht nur für das Überleben der Spermien, sondern kann auch zu einer Schwangerschaft oder zu Geschlechtskrankheiten führen. Was es mit der geheimnisvollen Flüssigkeit auf sich hat, verraten wir dir hier.

Der Lusttropfen, auch bekannt als Präejakulat oder Sehnsuchtstropfen, ist genau das, wonach es sich anhört: Wenn der Mann sexuell erregt ist, tritt der Tropfen aus der Penisspitze aus – und zwar bevor er ejakuliert. Welche Funktion der Lusttropfen dabei hat und welches “Risiko” mit ihm einhergeht, erfährst du hier.

Lusttropfen: Was ist das?

Der Lusttropfen ist ein klares, leicht dickflüssiges Sekret, das bei sexueller Erregung von der sogenannten Cowperschen Drüse oder auch Bulbourethraldrüse abgegeben wird, und zwar vor dem Samenerguss. Die erbsengroße Drüse mündet im Beckenbereich in die Harnröhre des Mannes. 

Zweck des Lusttropfens ist die Reinigung der Harnwege vor der Ejakulation. Die Flüssigkeit aus der Cowperschen Drüse verändert dabei das vom Urin saure Milieu zu einem spermafreundlichen basischen Milieu. Das hilft den Spermien, die sich in einer sauren Umgebung nicht sonderlich wohlfühlen, unbeschadet den Weg in die Vagina fortzusetzen.

Es wird vermutet, dass auch das saure Scheidenmilieu durch den Lusttropfen etwas neutralisiert wird, um den Spermien ein längeres Überleben in der Vagina zu ermöglichen. Außerdem dient der Lusttropfen als natürliches Gleitmittel.

Wie viel Präejakulat ein Mann produziert, kann sehr unterschiedlich sein. Während bei einigen kaum Flüssigkeit sichtbar wird, kommen bei anderen Männern gleich mehrere Tropfen zum Vorschein.

Paar im Bett

Kann eine Frau durch den Lusttropfen schwanger werden?

Lusttropfen: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden?

Auch wenn der Lusttropfen klar ist und nicht aus den Hoden stammt, kann er in einigen Fällen zu einer Schwangerschaft führen, da er bereits eine geringe Menge an Spermien enthält. Warum sich bereits Samen im Lusttropfen befinden, ist bislang allerdings nicht eindeutig geklärt. Eine Theorie besagt, dass von einer vorhergehenden Ejakulation noch immer Spermien in der Harnröhre des Mannes zu finden sein könnten, die dann mit dem Lusttropfen herausgespült werden. Eine andere Erklärung ist, dass bei sexueller Erregung des Mannes bereits eine kleine Menge an Sperma von den Nebenhoden in die Harnröhre geraten könnte. 

Gelangt der Lusttropfen im noch feuchten Zustand in die Vagina, ist die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, zwar gering, aber möglich. Aufgrund dieses Risikos empfiehlt sich der Coitus interruptus, also das Herausziehen des Penis vor dem Samenerguss, nicht als sichere Verhütungsmethode.

Auch beim Petting besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft. Berührt der Mann sich beispielsweise am Penis, nachdem der Lusttropfen ausgetreten ist, und führt dann seine Finger in die Vagina der Frau, können so Spermien in ihren Körper gelangen.

Um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern, solltest du daher lieber auf sicherere Verhütungsmittel mechanischer oder hormoneller Art zurückgreifen, also etwa auf ein Kondom oder die Antibabypille.

Risiko, das vom Präejakulat ausgeht

Was den Lusttropfen anbelangt, sollte es allerdings nicht nur um Verhütung, sondern auch um Prävention von Geschlechtskrankheiten gehen. Auch wenn es sich beim Präejakulat nur um eine sehr kleine Menge Flüssigkeit handelt, birgt es ein Übertragungsrisiko.

Eine der häufigsten Krankheiten, die über das Präejakulat weitergegeben wird, ist Gonorrhoe, besser bekannt als Tripper. Die Gonorrhoe-Erreger können von der Harnröhre bis zur Cowperschen Drüse vordringen und sie infizieren. Einmal vom Bakterium befallen, wird diese und somit auch der Lusttropfen zum potenziellen Überträger.

Andere Geschlechtskrankheiten, die über das Präejakulat übertragen werden können, sind Chlamydien, Pilzinfektionen oder Mykoplasmen. Auch hier erfolgt die Infektion über die befallene Cowpersche Drüse.

Solltest du deinen Sexualpartner nicht ausreichend kennen, ist das Verwenden eines Kondoms beim Geschlechtsverkehr unbedingt zu empfehlen. Treten Beschwerden auf, ist ein Besuch beim Frauenarzt unumgänglich.

Das meint die Redaktion:

Der Lusttropfen tritt vor dem Orgasmus des Mannes aus und sollte nicht unterschätzt werden. Da das Präejakulat bereits geringe Mengen an Spermien enthält, ist es durchaus möglich, schwanger zu werden. Der Coitus interruptus eignet sich daher nicht als sichere Verhütungsmethode. Darüber hinaus können über den Lusttropfen auch Geschlechtskrankheiten wie Tripper, Chlamydien oder Pilzinfektionen übertragen werden.

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