Liebe & Lust

Sex mit dem Ex: Heißes Wiedersehen nach Corona-Isolation

FREITAG, 17.07.2020

Manche Menschen können mit den Augen lächeln, das hat Tina bei Max niemals vergessen. Vor elf Jahren hatten sie sich getrennt und aus den Augen verloren. Während der Corona-bedingten Isolation ist er plötzlich auf ihrem Bildschirm und Tina spürte sofort ein vertrautes Kribbeln, das durch ihren Körper wandert – und sich dort wild ausbreitet, sobald sie sich nach dem zurückhaltenden Zoom-Vorspiel wiedersehen…

Endlich ist Freitagabend, der Tag auf den sie so lange gewartet hatte. Ab heute bleibt Tina nicht mehr Zuhause – Isolation hin oder her. Sie nimmt die letzten drei Treppenstufen zu seiner Haustür, geht mit langsamen Schritten, sodass zwischen dem verheißungsvollen Klang ihrer Absätze lange Pausen entstehen. Sie liest den Nachnamen auf dem Klingelschild, den sie vor elf Jahren eine Zeit lang hinter ihren eigenen gekritzelt hatte. Nur so zur Probe. Es hatte gut ausgesehen und es fühlte sich richtig an. So richtig wie hier zu sein. Sie spürt ein vertrautes Kribbeln, dass auch jetzt durch ihren Körper wandert. Nicht wie ein paar Schmetterlinge, eher wie sehr viele Ameisen, die von den Zehenspitzen hoch über die Schenkel krabbeln und von der Brust den Bauch hinunter. Zum ersten Mal seit langem hatte sie dieses Kribbeln, nach dem sie sich so lange gesehnt hatte, wieder vor sechs Monaten gefühlt.

Die Isolation: „Ich würde dich gerne berühren“

Eigentlich aber waren die letzten Monate ganz schön einsam. Die Selbstisolation. Die durch das Coronavirus bedingte Ausgangssperre. Familie und Freunde hatte sie nur auf dem Bildschirm gesehen. Am Wochenende und an den Abenden, wenn Tina eigentlich schon gar nicht mehr in Gesichter auf Bildschirmen gucken wollte nach Tagen im Home-Office, die mit Zoom-Meetings gefüllt waren. Mit jedem menschlichen Kontakt auf Video fühlte sie sich einsamer. Noch mehr der Tatsache bewusst, dass sie trotzdem immer alleine war. Dafür kann sie nicht mal Covid-19 die Schuld geben. Dates hatte sie auch vorher schon länger nicht mehr. Worauf wartete sie? Tina hatte keine Ahnung. Bis sie ein Gesicht auf ihrem Handydisplay entdeckte, das sie nie vergessen, aber zumindest halbwegs vergraben hatte. Max. Ihr Ex-Freund, eine vergangene Liebe, folgte ihr jetzt auf Instagram. Dazu eine Anfrage in den Direktnachrichten, auch von Max. Da fühlt sie die Ameisen zum ersten Mal wild durch den ganzen Körper krabbeln. „Gefunden. Wie geht es dir?“ Gefunden heißt, er hatte nach ihr gesucht? Sie hatte ihn nach der Trennung weit hinten in ihren Erinnerungen vergraben. Hatte er das vielleicht nicht gemacht?

 

Auf Instagram suchte Tina nach Hinweisen, wie sein Leben heute aussieht. Sie fand Fußball und Urlaub am Meer. Und ein Kind. Aber keine Frau. Dann folgte sie im auch. Er hatte mittlerweile ein Kind, zwei Jahre alt. Nicht verheiratet und von der Mutter des Jungen seit einem Jahr getrennt. „Ich würde dich gerne live sehen“, schrieb er irgendwann. Nachdem sie sich über ihre getrennten Leben der vergangenen elf Jahre auf den neusten Stand gebracht hatten, konnten sie jetzt gemeinsam in Erinnerungen schwelgen. Manche waren wahr, manche vielleicht nicht. Er habe sie nie vergessen, gestand er ihr irgendwann. Die Trennung von ihr bedauerte er bis heute. Einmal schrieb er ihr sehr spät: „Ich denke immer noch an dich, wenn ich es mir selbst mache.“ Tina wurde erst rot, dann wurde ihr sehr heiß. Sie hatte auch immer wieder an ihn gedacht. Sie schob eine Hand zwischen ihre Schenkel, glitt mit den Fingern langsam höher und dachte an die Berührungen von Max, als sie begann sich zu streicheln. Am nächsten Tag wechselten sie zu Video-Calls. „Ich würde dich gerne berühren“, sagte Max irgendwann. Wieder das Kribbeln.

Verändern sich Berührungen nach elf Jahren?

Endlich steht sie vor seiner Haustür. In den vergangenen sechs Monaten war der Wunsch nach einem persönlichen Treffen mit Max immer stärker geworden. Bis es sich wie ein Verlangen nach seinen Berührungen anfühlte. Jetzt sollte es endlich gestillt werden. Tina muss nur noch klingeln – und Max würde aufmachen. Sie stellt sich vor, wie er die Tür öffnen und sie sofort hochheben und in sein Schlafzimmer tragen würde. Bei dem Gedanken wird ihr heiß, sie genießt das Gefühl der Vorfreude – ein Sex-Date mit Max, das hatte sie sich schon seit langem gewünscht. Sie hatten sich elf Jahre nicht mehr gesehen, sich nicht mehr berührt, nicht mehr geküsst und nicht mehr miteinander geschlafen. Wie würde er sich verändert haben? Wie seine Haut anfühlen, seine Lippen und seine Bewegungen? Insgeheim hoffte sie, das alles heute Abend herauszufinden. Tina streckt den Finger aus und klingelt.

Küsse zum Vorspiel

Max und Tina hatten sich vor elf Jahren am Ende ihres BWL-Studiums kennengelernt und sich Hals über Kopf verliebt. Tina stellte sich Max als eine große Liebe vor. Max vielleicht auch, dachte sie, bis er sie sich nach ein paar Monaten schon wieder von ihr trennte, um sich auf seine Karriere in einer renommierten Unternehmensberatung konzentrieren zu können. Für Tina brach keine Welt zusammen, aber die Beziehung war schön gewesen. Verheißungsvoll. Max war immer gut gelaunt und hatte eine beruhigende Art, die Tina das Gefühl von Sicherheit gab. Nicht nur in der Beziehung, sondern im Leben. Das war gleich so, als er sie zum ersten Mal aus seinen blauen Augen angesehen hatte. Manche Menschen, dachte sie damals, können mit den Augen lächeln. Max kann mit den Augen lächeln. Er konnte sie außerdem so berühren, dass es ihr am ganzen Körpern abwechselnd heiß und kalt wurde. Unter seinen Händen fühlte sie, wie sie langsam wie zu Wachs wurde. Sich dagegen zu wehren wäre zwecklos gewesen. Sowieso war das einzige, gegen das sie sich wehren wollte, dass er jemals wieder damit aufhörte. Und wenn er sie küsste, vergaß sie oft komplett alles um sich herum. Oh Gott, Max konnte küssen! Wenn er mit seiner Zunge über ihre Lippen leckte, wusste sie, dass er damit gleich schon ihren Hals hinab fahren würde, bis zu der kleinen Kuhle, wo er mit den Zähnen sanft in ihre Haut biss. Alleine die Erinnerung daran hatte sie in den vergangenen Jahren feucht gemacht. Ob er das immer noch machte? Oder nur bei ihr? Und ob er auch noch die Sache mit den Fingern machen würde, die sie gleichzeitig wahnsinnig und süchtig machte?

Ein Hauptakt mit scharfer Sauce

Max öffnet die Tür. Und lächelt jetzt mit dem ganzen Gesicht, während er Tina hereinbittet. Er hat gekocht, Pasta all‘Arrabbiata. Nudeln mit scharfer Tomatensauce, die gerade köstlich duftet. Sie ist nur längst nicht so verlockend wie Max. Tina steht direkt vor dem gedeckten Tisch, als sie seinen Atem in ihrem Nacken spürt. Sie dreht sich um und sieht es in seinen Augen. Manche Menschen, das weiß sie jetzt, können mit den Augen alles sagen. Max sagt darin, dass er sie will, seit er sie vor sechs Wochen gefunden hat. Vielleicht schon länger. Erst wird ihr abwechselnd heiß und kalt, dann vergisst sie völlig, wo sie gerade ist.

Der Sex mit dem Ex

Er streift die Träger ihres Kleides von den Schultern, bis der Stoff langsam auf die Taille rutscht. Ihre Brustwarzen sind aufgerichtet. Das Kribbeln darunter kann er nicht sehen. Vielleicht fühlt er es. Dann streift er das Kleid ab. Er hebt sie aus dem zusammengefallenen Stoffring auf dem Boden heraus und setzt sie auf die Tischkante. Sie reckt sich ihm entgegen, während er seinen Oberkörper an sie presst und seine rechte Hand zwischen ihren Slip schiebt. Sanft streichelt er ihre weiche Haut, um sich langsam mit den Fingern vorzutasten. Tina stöhnt leise, öffnet kurz die Augen, um sich zu vergewissern, dass es wirklich endlich passiert und sie nicht nur einen der vielen heißen Träume hat, aus denen sie in den vergangenen sechs Wochen immer wieder aufgewacht ist. Dann schließt sie wieder die Augen, als er mit seiner Zunge über ihre Lippen und ihren Hals fährt. Seine Zähne knabbern an der Stelle, die schon die ganze Zeit voller Erwartung gepocht hat. Er macht genau das, worauf sie sich in den letzten sechs Monaten gefreut hat, woran sie immer wieder gedacht hat, wenn sie mit ihm geschrieben hat und wenn sie ohne ihn im Bett lag. Und Tina weiß, dass er es nur für sie macht. Sie passen perfekt zusammen. Auch nach all den Jahren wissen sie, wie sie einander berühren müssen, um sich gegenseitig verrückt zu machen. Es braucht keine Worte, nur ihre Lippen und seine Küsse, ihren Körper und seine Berührungen. Dann vergisst sie abermals alles um sich herum, um das Kribbeln zu genießen, dass sich jetzt immer wilder in ihrem Unterkörper ausbreitet. Die Isolation war ein sechsmonatiges Vorspiel – jetzt ist es Zeit für den lange ersehnten Sex mit ihrem Ex. Zeit für ein Comeback von Tina und Max…

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