Tantra-Sex: Tipps für den Alltag

DIENSTAG, 12.12.2017

Tantra – die indische Liebeskunst – verspricht, neue sexuelle Sphären zu erforschen und völlig in ihnen aufzugehen. Wir verraten dir, wie du Tantra-Rituale ganz einfach in deinen Alltag einbauen kannst.

In sexuellen Tantra-Ritualen werden Körper und Geist zunächst auf sexuelle Erregung vorbereitet, um diese im Anschluss auf spirituelle Weise erfahren zu können. Neben Massage- und Atemtechniken gibt es zahlreiche Übungen, die dir den Weg in die Spiritualität ebnen können. Traditionelle Rituale dauern im Tantra häufig mehrere Tage. Daher gibt es heutzutage auch vereinfachte Rituale, die wesentlich verkürzt und somit für den Alltag geeignet sind.

Tantra: Die richtige Vorbereitung

Um ein Tantra-Ritual vollziehen zu können, ist die Vorbereitung der Umgebung sowie des eigenen Körpers von großer Wichtigkeit:

Die Atmosphäre

Eine entspannte und wohlige Atmosphäre ist für Tantra unerlässlich. Reinige daher zunächst den Raum und stellen Räucherstäbchen auf. Sorge für eine behagliche Temperatur und ein angenehmes Licht. Gestalte eine Art Liegewiese, worauf dein Partner und du dich niederlassen könnt. Ergänzt werden können diese Vorbereitungsmaßnahmen durch duftende Öle und entspannende Musik. Wichtig bei der Vorbereitung ist auch, dass du jegliche Störfaktoren aus dem Weg räumst. Schalte TV-Apparate, Telefone, Laptops und Handys aus. Wenn dir danach ist, kannst du auch die Hausklingel abschalten. So sichern du dir und deinem Partner eine ruhige, intensive und ungestörte Zeit.

Äußere und innere Reinigung

Die äußere Reinigung ist im Tantra sehr wichtig und kann zum Beispiel durch ein gemeinsames Bad erfolgen. Reinigt euch gegenseitig mit den Händen oder einem weichen Schwamm. Lass dabei keine Stelle am Körper deines Partners aus.

Die innere Reinigung kann durch gezielte Atem-Techniken, Tantra- oder Yoga-Übungen erreicht werden. Näheres zu tantrischen Atemübungen findest du hier.

Als Nächstes bereitest du die Pancha Makara, zu Deutsch  "fünf Ms", vor: Dazu gehört Fleisch (Mamsa), Fisch (Matsya), gerösteter Weizen (Mudra), und Wein (Madya). Welche Speisen du dazu passend konkret auswählst, liegt bei dir. Möglich wären zum Beispiel Schinken, Thunfisch, Brot und Rotwein.

Das fünfte M bezieht sich auf die sexuelle Vereinigung (Maithuna), welche am Ende des Rituals erfolgt.

Die fünf Ms stehen im Tantra für die Elemente Wasser, Feuer, Luft, Erde und Raum.

Das Tantra- Ritual beginnt

Bereits nackt geht ihr Hand in Hand in den von euch vorbereiteten Raum. Stellt euch dann gegenüber und verneigt euch voreinander, so heißt es im Buch "Tantra – Geheimnisse östlicher Liebeskunst" von Kalashatra Govinda. Setzt euch nun im Schneider- oder Yoga-Sitz einander gegenüber und reicht euch die Hände. Blickt euch für mindestens eine Minute in die Augen. Sagt euch auf ein Zeichen hin drei Mal das Mantra "Om" – einmal für die weibliche Urenergie, einmal für die männliche Urenergie und einmal für die universelle Einheit.

Esst und trinkt nun gemeinsam von den vorbereiteten Getränken und Speisen. Im Anschluss könnt ihr gemeinsam meditieren oder euch gegenseitig massieren. Wie eine solche Tantra-Massage funktioniert, erklären wir hier. Gerne könnt ihr die Tantra-Massage mit ätherischen Ölen oder sonstigen Stimmungsmachern aufpeppen. Achtet darauf, dass an eurem gemeinsamen Abend ein fortlaufender Körperkontakt besteht. Kappt eure "Verbindung" nicht. Streichelt euch langsam und zärtlich, vertreibt Gedanken an zukünftige Erledigungen und widmet euch nur dem sich langsam aufbauenden Liebesspiel, bis ihr beide für das Maithuna bereit seid.

Maithuna, die tantrische Vereinigung

Maithuna ist ein Teil des Tantra und beschreibt die spirituelle Vereinigung eines Liebespaares. Dieses Ritual dauert meist mehrere Stunden bis hin zu Tagen und soll das sexuelle Bewusstsein erweitern. Bei dieser Art der sexuellen Vereinigung ist es wichtig, nicht die schnelle Befriedigung anzustreben, sondern ganz im Gegenteil, den Höhepunkt längst möglich hinauszuzögern.

Vor allem für den Mann kann es beim Tantra hilfreich sein, die Penetration hin und wieder zu unterbrechen, um dieses Ziel zu erreichen. Auch ein veränderter Rhythmus und zwischenzeitliches Innehalten, können den Höhepunkt herauszögern. Eine weitere Technik, um die männliche Ejakulation vorerst zu unterdrücken, ist, Druck auf den sogenannten Jen-Mo-Punkt auszuüben. Diese Technik kann dem Mann letztlich sogar multiple Orgasmen bescheren. Wie das funktioniert, erfährst du in unserem Video.

Tantra-Yoga für Einsteiger

Tantra-Yoga ist eine Form des Kundalini-Yogas, einer Jahrtausende alten, hinduistischen Lehre. Dabei geht es um das Erwecken einer im Menschen schlummernden Energie, mit der man jede Bewegung und jede Interaktion intensiver und bewusster wahrnimmt – auch Sex! Mit folgenden Übungen kannst du deine Sinne ansprechen:

  • Selbstmassage/Tantra-Massage

Um deine Sinne zu sensibilisieren, beginn das Tantra-Yoga mit einer ausgiebigen Massage. Am besten verwendest du warmes Massageöl. Das streichst du dir oder deinem Partner auf den ganzen Körper. Du beginnst bei den Füßen und knetest nach oben hin jeden Teil des Körpers durch. Auch die Massage der Genitalien ist ausdrücklich erwünscht. Dabei geht es aber nicht um einen Orgasmus, sondern um die sinnliche Wahrnehmung des Körpers.

  • Yab-Yum-Position

Die Yab-Yum-Position machst du mit deinem Partner. Während er mit geöffneten Beinen dasitzt, setzt du dich auf ihm, sodass eure Oberkörper direkt aneinander sind. So werden eure Herzen und die Chakren, also Energiezentren zusammengeführt und euer Energiefluss gestärkt.

  • Übereinandergleiten

Auch diese Übungen des Tantra-Yogas machst du am besten mit deinem Partner. Du kannst sie aber auch alleine auf einer eingeölten Matte machen. Ihr seid nackt und seid von oben bis unten mit Öl eingerieben. Legt euch aufeinander und lasst eure Körper übereinandergleiten. Fühlt die Reibung und die Berührung der erogenen Zonen. Hierbei dürft ihr auch einen sexuellen Höhepunkt erleben.

Anmerkung der Redaktion

Falls du dein Sexleben auffrischen willst, ist Tantra-Sex definitiv ein Versuch wert. Mit den teilweise erotischen Übungen lernst du, deine Sinne intensiver wahrzunehmen. Gibst du dich der Ekstase hin, kannst du mit deinem Partner sogar multiple Orgasmen erleben. 

Frau und Mann küssen sich im Bett

Durch Tantra soll das sexuelle Erlebnis zum spirituellen werden.

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