Verhütung mit Gummi: Wie sicher sind Kondome?

MONTAG, 21.01.2019

Kondome schützen nicht nur vor Schwangerschaften, sondern auch vor Geschlechtskrankheiten oder AIDS. Doch wie sicher ist ein Kondom wirklich? Ist zusätzliche Verhütung nötig? Hier werden deine Fragen beantwortet.

Kondome gelten trotz ihres eher unsicheren Rufs als sehr sicher. Sie sind das einzige Verhütungsmittel, das nicht nur sicher vor vielfältigen Geschlechtskrankheiten und einer HIV-Infektion schützt, sondern auch eine Schwangerschaft verhindert.

Statistische Sicherheit laut Pearl-Index

Berichte von Schwangerschaften trotz Verhütung mit Präservativ werfen die Frage auf: Wie sicher ist ein Kondom wirklich? Statistisch gesehen ist ein Kondom als Verhütungsmittel fast so sicher wie die Antibabypille. Der Pearl-Index des Kondoms beträgt 1 bis 5. Zum Vergleich: Die Pille hat einen Pearl-Index von ungefähr 1. Das entspricht einer Angabe in Prozent und bedeutet: Von 100 Frauen, die ein Jahr lang mit dieser Methode verhütet haben, ist etwa eine schwanger geworden.

Bei Präservativen ist es jedoch sehr wichtig, dass sie sachgemäß angewendet werden, damit sie auch wirklich sicher sind.

 

Sichere Anwendung von Kondomen: So geht’s

Das A und O bei der Verhütung mit Kondom ist der richtige Zeitpunkt des Überziehens. Benutzt ihr das Präservativ erst kurz vor dem Samenerguss, kann das unter Umständen zu spät sein. Denn auch schon vor der Ejakulation des Mannes können Spermien austreten und gegebenenfalls zu einer Schwangerschaft beziehungsweise zu einer Übertragung von Krankheitserregern führen. Tipp: Das Kondom am besten schon über den Penis des Partners rollen, bevor ihr mit dem Liebesspiel richtig loslegt. Und so geht’s:

  1. Verpackung vorsichtig mit den Fingern öffnen (auf keinen Fall einen spitzen Gegenstand dafür benutzen)
  2. Ist der Penis des Partners erigiert, kann das Kondom übergezogen werden. Dafür mit zwei Fingern die Luft aus der Spitze des Kondoms drücken und vollständig über dem Penis abrollen. Dafür den Zipfel des Präservativs festhalten.
  3. Nach dem Sex das Kondom abziehen, wenn der Penis noch steif ist. Dafür das Kondom am Schaft festhalten, den Penis herausziehen und das Kondom anschließend im Müll entsorgen.

Sicherheitshinweise: Präservativ richtig benutzen

Für die richtige Anwendung ist häufig etwas Erfahrung und Übung notwendig, denn gerade das Überziehen des Gummis gestaltet sich meist als nicht so einfach. Tipp: Das Überziehen lässt sich ganz easy mit einem länglichen Gemüse oder einem anderen Gegenstand üben. So musst du nicht im Eifer des Gefechts neue Dinge erlernen, sondern bist schon darauf vorbereitet. Achte zusätzlich auf folgende Dinge:

Kondom über Banane

Wie sicher Kondome sind, hängt in erster Linie von der Anwendung ab. Bei Unsicherheit und Unerfahrenheit hilft etwas Übung vorab

  • nur Markenkondome verwenden, die ein CE-Prüfsiegel besitzen
  • das Haltbarkeitsdatum im Blick behalten, denn auch ein abgelaufenes Präservativ kann sehr leicht reißen
  • kein Kondom aus einer beschädigten Verpackung benutzen, da du so nicht wissen kannst, ob das Kondom noch einwandfrei ist
  • jedes Kondom nur einmal benutzen
  • unbedingt die richtige Form und Größe des Kondoms wählen (für fast jede Penisform gibt es auch ein passendes Präservativ). Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hilft bei der Ermittlung der richtigen Kondomgröße mit einem Kondometer.

 

Sicherer Schutz mit einem Kondom

Laut der europäischen Norm EN 600 muss jedes einzelne Präservativ so stabil sein, dass 18 Liter Luft hineinpassen. Trotzdem können Präservative reißen. Dies passiert allerdings in den meisten Fällen nur bei unsachgemäßer Verwendung. Ein Kondom reißt beispielsweise leicht, wenn es falsch herum auf den Penis gezogen wurde.

Kondome sollten außerdem nicht unter oder im Wasser benutzt werden, da auch so die Reißfestigkeit des Gummis beeinträchtigt wird. Darüber hinaus kann das Wasser den Sitz des Kondoms verschlechtern, sodass es leichter abrutscht.

Du kannst Präservative somit völlig ohne Bedenken zur Verhütung beim Sex benutzen, aber auch um dich vor Krankheiten zu schützen. Denn bei richtiger Anwendung ist es sehr sicher. Verzichte bei Sexualpartnern, die du noch nicht so gut kennst, keinesfalls auf ein Präservativ, denn du kannst davon nur profitieren.

 

Präservativ: Gummi sicher aufbewahren

Damit das Kondom bei der Anwendung auch unbeschädigt ist, spielt die richtige Aufbewahrung eine große Rolle. Lass die Gummis nie ungeschützt in der Hosentasche, Geldbörse oder im Rucksack liegen, denn durch harte Gegenstände wie Schlüssel oder Geld können sie beschädigt werden. Allerdings ist es ratsam, einen Pariser bei sich zu haben. Man weiß schließlich nie, was die Nacht bringt. Um ganz sicher zu gehen, kannst du die Kondome in einer kleinen Dose aufbewahren, die du dann stets in deiner Tasche dabei hast. Außerdem solltest du Präservative nicht zu lange Hitze oder Sonne aussetzen, da sie dadurch undicht werden können. 

 

Kondome in der Hand

Das Kondom am besten immer geschützt vor anderen Gegenständen in der Tasche aufbewahren.

Kondom - die Qualitätssiegel

DLF-Gütesiegel

Das erste Qualitätssiegel für Kondome gibt es in Deutschland seit 1981. Dabei handelte es sich um das sogenannte DLF-Gütesiegel der Deutschen Latex-Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft. Damit ein Verhütungsmittel dieses bekommt, muss es vier verschiedene Tests durchlaufen und natürlich bestehen: einen Dichtigkeitstest, einen Aufblastest, die Prüfung der Dehnungseigenschaften sowie einen Test zur mikrobiologischen Reinheit. Insgesamt spricht man bei diesen Tests von Normprüfungen.

Die Tests im Detail

So werden beim Dichtigkeitstest Kondome in ein Tauchbecken getaucht und elektronisch überprüft. Der Computer würde jedes noch so kleine Loch registrieren. Beim Aufblastest muss das Produkt mindestens 18 Liter Luftvolumen aufnehmen können, bevor es platzt. Andernfalls wird das Qualitätssiegel nicht vergeben. Zudem muss ein Präservativ auf das Achtfache seiner Ursprungslänge gezogen werden können. 

CE-Zeichen

Daneben gibt es europaweite Normen, die Mindestanforderungen an Kondome festlegen. So sollten sie mindestens 160 Millimeter lang sein, eine Breite von mindestens 44 Millimetern haben sowie eine Wandstärke zwischen 0,04 und 0,08 Millimetern. Minimale Abweichungen sind erlaubt. Dann bekommt das Produkt als Qualitätssiegel das CE-Zeichen, ohne das Präservative seit 1998 gar nicht mehr in den Handel gebracht werden dürfen.

 Zusammenfassung der Redaktion

Ob gegen eine Schwangerschaft oder gegen HIV – ein Kondom ist gegen vieles gut. Wer weder ein Baby noch eine Geschlechtskrankheit haben will, sollte nur mit Kondom verhüten. Kein anderes Verhütungsmittel schützt davor nämlich so zuverlässig wie ein Kondom. Voraussetzung ist allerdings eine sachgemäße Anwendung und das Beachten einiger Dos and Don‘ts.

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